Wie der geölte Blitz! - Paul Belthle und seine „Ölfreunde“

Wildlieb_Ölfreunde

Selten war die Bezeichung „Jungunternehmer“ so zutreffend, wie auf diesen jungen Mann aus dem schönen Donautal. Paul Belthle ist gerade einmal zwölf Jahre alt, als „das Christkind“ und „der Weihnachtsmann“ -aka Mama und Papa- ihm eine Ölmühle unter den Weihnachtsbaum legen. Was bei anderen Teenagern herben Frust und deftigen Protest verursacht hätte, löst bei Paul spontane Begeisterung aus. Und das nachhaltig! Im doppelten Wortsinn.

Er fängt an Öle zu pressen, die ersten bereits an besagtem Heiligen Abend. Das Ölpressen wird für Paul erst zum leidenschaftlichen Hobby und schließlich zur Geschäftsidee! Die „Ölfreunde“ werden aus der Taufe gehoben. Der Junge Paul drückt vormittags die Schulbank und steht am Nachmittag an der Ölpresse: Rapsöl, Hanföl und Leindotteröl sind die wertvollen Basisöle. Die, sagt Paul, machen andere auch gut.

Seine wahre Kunst sind die Gewürzöle: Knobi, Chili, Kräuter, BBQ, Pasta, Bruschetta, Hopfen (und ganz fresh dabei) Zitrone. So heißen Pauls Freunde. Aber auch Kelten- oder Schwarzkümmelfreund. Ohne Aroma- und Farbstoffe und aus hochwertigen, regionalen Zutaten. Und -wenn es den Rohstoff so zu kaufen gibt- natürlich bio! Das ist anfangs aber schwierig, doch Paul schafft es sogar, Landwirte aus der Region von seiner Vision zu überzeugen.

Paul hat nicht nur „Ölfreunde“. Er hat eine ganze Ölfamilie! Der „Carrington-Clan“ von Beuron. 😉 Mama Yvonne, Papa Jürgen, der kleine Bruder Hannes, die beiden Onkel Maik und Tobias und -nicht zu vergessen- Omi Margot und Opi Gerhard.

Alle machen und mischen mit! Öl abfüllen, Kräuter einfüllen, Etiketten kleben, Flaschen verpacken, Pakete verschicken. Es gibt immer reichlich zu tun. Auch leckere Rezeptideen werden regelmäßig vorgekocht. Im Hofladen berät der charmante und quirlige Paul seine Kundschaft so oft es geht persönlich.

Aus dem sogenannten Presskuchen (also das, was nach der Ölherstellung übrigbleibt) wird proteinreiches Pferdefutter hergestellt. Klar, ein echter Schwabe kann nur schwer etwas wegwerfen. 

Wenn Paul mal nicht „echt fett“ beschäftigt ist, tanzt er gerne. Rock’n Roll. Oder er schraubt mit seinem Bruder an alten Mofas und Autos herum.

Inzwischen volljährig und damit auch schließlich voll geschäftsfähig, hat er seinen ursprünglichen Plan, nach dem Abitur eine Schreinerlehre zu machen, verworfen. Stattdessen studiert er BWL mit Schwerpunkt „Foodmanagement“ – was sonst. Seinen Mitstudierenden und auch den Dozenten wird er einiges an Praxiswissen voraushaben und akademische Titel werden vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.

Eine Auszeichnung hat Paul bereits: Den Deutschen Gründerpreis 2024 in der Kategorie Sonderpreis! Als ihm der verliehen wurde, war er gerade mal 18 Jahre alt…

Ach ja, die erste Ölmühle, die von Weihnachten, ist übrigens auch immer noch in Betrieb. Mit ihr wird das tiefgründige Schwarzkümmelöl hergestellt, das reich ist an Thymochinon. Das ist ein ätherisches Öl, das entzündungshemmend und antioxidant wirkt und Blutdruck und Blutzuckerspiegel positiv beeinflusst.

Wir ziehen unseren Hut vor dem sympathischen Hutträger Paul und seinem „Öliversum“, das weiterhin laufen möge, wie geschmiert… The sky is the limit.